Wett-App im Test: Zehn Wege zu einer Wette, und die Bewilligung steht nicht auf jedem von ihnen

Updated Oktober 2026
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Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einem Holztisch neben einer Kaffeetasse, Tageslicht fällt von der Seite ein.

Stand: Oktober 31, 2026; die Angaben zu Bewilligungen, Limits und Gebühren wurden gegen die Impressen und Wettordnungen der Anbieter sowie gegen das österreichische Wettrecht der Bundesländer geprüft.

tipp3 nimmt Wetten über rund 3300 Trafiken und Annahmestellen sowie über die Trafik-App an.

Spielerschutz: nach der Altersgrenze wird es eine Frage des Anbieters

Wer zum ersten Mal eine Wett-App öffnet, sieht das Angebot, nicht die Regeln dahinter. Der Spielerschutz steht nirgends dort, wo er die Entscheidung tragen würde – er steht in den Spielbedingungen, und die liest niemand während der Anmeldung.

Die Altersgrenze ist der einzige Teil, auf den sich alle verständigen. 18 Jahre, von den Anbietern selbst genannt, in Wien und Oberösterreich auch in den Wettgesetzen. Danach beginnt ein Zickzack, und es lohnt, sortieren zu können, wer ein Limit setzt und wer nur tut, als hätte er eines.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes im Morgennebel.
tipp3 wird von der Österreichischen Sportwetten Gesellschaft m.b.H. betrieben; als Unternehmensgegenstand ist der Betrieb von Sportwetten angegeben.

Es gibt in Österreich keine bundesweite Einzahlungsgrenze für Sportwetten. Kein Gesetz verpflichtet einen Buchmacher, seinen Wettkunden ein Limit anzubieten. Wer eine App weiterempfiehlt, weil „Selbstschutz an Bord“ ist, hat den Satz noch nie zu Ende gelesen. Die Grenzen, die existieren, stehen in den Bedingungen eines bestimmten Anbieters, und sie gelten für diesen Anbieter.

win2day hat sein Einzahlungslimit in der Wettordnung für Sportwetten stehen: bis zum Alter von 26 Jahren 250 € pro Woche, gerechnet Freitag bis Donnerstag, ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat. Auf Antrag lässt sich die Grenze individuell erhöhen, und Gewinne zählen nicht hinein – wer 300 € mit 150 € Einsatz gewinnt, hat sein Wochenbudget nicht um 450 € ausgeschöpft. Zwei Zahlen, die in der Praxis mehr verändern als jede Werbebotschaft: 250 € in der Woche für einen Einundzwanzigjährigen sind ein Freizeitbudget, 1.680 € im Monat für einen Vierzigjährigen sind ein Spielraum, den ein Haushaltsplan problemlos übersieht.

tipp3 setzt anders an, nämlich bei der Sperre statt beim Einsatz. Eine Spielpause lässt sich über 1, 3 oder 6 Monate einrichten, das Guthaben bleibt im Konto. Die Selbstsperre läuft 1, 2 oder 3 Jahre, und das Guthaben wird auf das verknüpfte Bankkonto überwiesen. Das ist der ehrlichere Konstruktionsgedanke, denn er trennt zwei Dinge, die oft durcheinandergehen: eine Auszeit von den Wetten und die endgültige Rückgabe des Geldes. Ein Punkt, den beide Angebote teilen: Nach dem Start lässt sich keines von beiden aufheben. Wer in der Spielpause anruft und „nur diesmal“ sagt, bekommt keine Ausnahme. Das ist kein Service, das ist der Sinn.

Was in den Bundesländern selbst steht, hat ein anderes Gewicht als eine Hausregel. Die Selbstsperre ist in den Wettgesetzen der Länder vorgesehen, aber je Anbieter und je Land – eine Sperre in einem Land reicht nicht bundesweit. Eine Sperre mit einer bestimmten Frist wird selten definiert; in Wien lässt sich eine solche vor zwei Jahren nicht aufheben. Ein bundesweites Sperrregister für Sportwetten gibt es nicht. Das Glücksspielreformgesetz 2026, das am 14.10.2026 noch ein Gesetzesentwurf war, würde ein Sperr- und ein Limitregister schaffen – für das Glücksspiel nach dem GSpG, während Sportwetten in beiden Registern nicht vorkommen. Wer Wetten auf Sport als „die harmlose Pause“ zwischen zwei Spielbankbesuchen liest, findet sich in genau dieser Lücke wieder: kein operatives Register, kein Amtsweg, kein Ansprechpartner.

Eine Sperre, die nur beim Anbieter liegt, bei dem man sie eingerichtet hat, fängt auch nur dort. Wer bei fünf Anbietern zugange ist, hat fünf Ausgänge und null bindende.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen steht eine politische Verschiebung von 2025: Oppositionsanträge in der Steiermark und in Niederösterreich verlangten eine anbieterübergreifende Einzahlungs- oder Verlustgrenze. Verabschiedet wurde nichts. Wer heute spielt, spielt in dem Rahmen, der heute gilt.

Die Ansprechstelle des Landes für all das ist playsponsible.at – wer eine Grenze einstellen, eine Sperre setzen oder mit jemandem sprechen will, bevor eine Wette platziert wird. Das ist längerfristig die einzige Adresse in dieser Sektion, die nicht an ein Geschäftsmodell gebunden ist.

Touchscreen: was auf einem Telefon anders zählt als auf einem Laptop

Der Vergleich zwischen App und Browser läuft seit zehn Jahren und verläuft heute zugunsten der App – aber nicht aus einem technischen Grund, sondern wegen einer Handbewegung. Der Live-Markt einer Fußballpartie verändert sich in Sekunden; wer den Browser auf dem Handy erst aufrufen und zoomen muss, kommt für die Ecke zu spät. Der Unterschied zwischen einer Livewette zu 1,90 und demselben Markt zwanzig Sekunden später ist keine Kleinigkeit, sondern eine Quote, die sich in Bewegung befindet, während der Finger über Glas gleitet.

Ein Stadion unter Flutlicht aus großer Entfernung gesehen, der Himmel darüber ist tiefblau.
Rechtsgrundlage für tipp3-Sportwetten ist das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020); die Bewilligung erteilte die NÖ Landesregierung.

Was eine App inhaltlich hinzufügt, ist wenig. Wer den Wettschein einer Buchmacher-Seite auf dem Telefon öffnet, sieht dieselben Märkte, meistens dieselbe Quote, oft sogar mehr Marktbreite als in der App – der Rechner im Handy ist derselbe, nur die Verpackung anders. Ein Mehrwert, der einer App zugeschrieben wird, gehört fast immer dem Buchmacher und nicht dem Betriebssystem.

Den Kern bildet etwas anderes, nämlich wie viele Berührungen zwischen dem Öffnen der App und dem Absenden einer Wette liegen. Deshalb ist die erste Frage bei einer Wett-App nicht, ob sie schön ist, sondern ob ein Modell auf dem Markt ein gutes Fernsehbild abgibt.

Der Rest ist Sortierung. Die App-Version, die in Österreich eine Bewilligung nennt, hat einen Ansprechpartner im Inland, wenn die Auszahlung nicht läuft. Die ohne sie hat höchstens einen Chat mit einer Firma mit Sitz im Ausland. Die österreichische Version einer App deckt sich nicht mit der internationalen Version – die kanadische Ausgabe der GGBET App listet Visa, Mastercard, Maybank, CIMB, RHB Bank und Binance Pay, wobei die Limits und die Dienste vom Wohnsitzland abhängen.

Es gibt in Österreich keine Sonderregelung für Sportwetten-Zahlungen, die eine eigene IBAN des Wettkunden, ein anonymes Prepaid-Verfahren oder eine Kryptozahlung vorschreibt; wie ein Anbieter auszahlt, ist seine Sache und steht in seinen Geschäftsbedingungen und nicht in einem Gesetzestext.

Überblick: Apps als Einstieg und als Sackgasse

Was eine Wett-App leisten kann und was nicht

Eine Wett-App ist die Oberfläche eines Buchmachers; die Bewilligung eines Bundeslandes entscheidet, was sie anbieten darf, und die Wettgesetze der Länder entscheiden, wie. Eine App führt also nie das eigene Recht, das auf ihr steht. Wer die gleiche Bewilligung beim selben Betreiber sucht, findet sie entweder im Impressum oder gar nicht, und die Adresszeile des Handys sagt nichts.

Die österreichische Besonderheit: Es gibt keine nationale Lizenz für Sportwetten und keine bundesweite Liste von Buchmachern. Wer eine Liste sucht, findet nur das, was die Betreiber selbst in ihren Impressen nennen. Genau das ist der Maßstab, an dem sich eine App in Österreich messen lassen muss.

Ein Startguthaben und PayPal sind die beiden Versprechen, mit denen Apps in Österreich beworben werden. Beides ist ein Weg zum ersten Wettschein und nicht mehr; noch nie hat ein Startguthaben eine Quote verändert, aber es entscheidet, welcher Anbieter beim ersten Kontakt genommen wird.

Die fünf Wege einer österreichischen Bewilligung – und wo sie zu finden sind

Vier Anbieter, die ein Bundesland und einen Betreiber nennen

Vier der zehn verglichenen Anbieter machen eine Bewilligung eines Bundeslandes so konkret, dass ein Leser sie nachprüfen kann. tipp3 nennt das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020), die Bewilligung der NÖ Landesregierung mit Bescheid vom 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020, Betreiber Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. win2day nennt dieselbe Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung, ausgestellt mit derselben Aktenzahl, Betreiber Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH, und weist ausdrücklich darauf hin, dass das Sportwettenangebot deshalb nicht den Bestimmungen des Glücksspielgesetzes und nicht der Aufsicht des BMF oder des Finanzamts Österreich unterliegt. Bei win2day ist dieser Hinweis wichtig, weil Lotterie- und Casinospiele unter der Konzession nach dem GSpG laufen, ein anderes Regelwerk – wer Sportwetten und Casino in einem Satz vermischt, verliert beide.

Vierklee nennt im Impressum die Buchmacherlizenz IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung, anwendbar ist das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz. Admiral nennt eine Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz.

Ein Anbieter mit Bewilligung ohne Angabe des Bundeslandes

Starsportwetten ist der Fall, an dem eine Routine scheitert. Die App-Beschreibung im Play-Store nennt einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde, und bezeichnet den Betreiber als „behördlich bewilligter Sportwettenanbieter“. Ein Bundesland und eine Bescheidnummer stehen nicht dabei. Wer das prüfen will, findet im Impressum nichts und im Bescheid nichts – er müsste bei der Landesregierung nachfragen, die den Bescheid erlassen hat, und weiß nicht, welche es ist. Die Betreibergesellschaft eines Buchmachers ist nicht mit der ausführenden zu verwechseln: Die Star Sportwetten GmbH und die Starbet24 GmbH sind zwei getrennte Firmen, nicht eine mit zwei Namen.

Kein Anbieter darf als „der sichere“ bezeichnet werden, nur weil eine Bewilligung genannt ist, und keiner als illegal, nur weil sie fehlt. Österreichs Buchmachermarkt hat neun Rechtsordnungen, und die Gretchenfrage dieser Seite ist nicht, wer legal handelt, sondern wer eine Prüfung überhaupt ermöglicht.

Tabelle zur Bewilligung der zehn Anbieter

Anbieter Bewilligung eines Bundeslandes? Betreiber oder genannte Lizenz
tipp3 ja NÖ Landesregierung, Bescheid 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020; Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H.
win2day ja, für Sportwetten NÖ Landesregierung, Bescheid 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020; Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH
Vierklee ja Buchmacherlizenz IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung
Starsportwetten Bewilligung genannt, Bundesland nicht Bescheid vom 8. März 2022 an die Starbet24 GmbH, ohne Bundesland und Aktenzahl
Admiral ja Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz
Merkur Bets Bewilligung genannt, Bundesland nicht Betreiber nicht genannt
DAZN Bet nein keine österreichische Bewilligung; Lizenz nicht feststellbar
Weltbet nein keine österreichische Bewilligung; Anjouan genannt
BetAlright nein keine österreichische Bewilligung; Lizenz nicht feststellbar
Betovo nein keine österreichische Bewilligung; Curaçao genannt

Die Spalte mit dem Betreiber ist für vier der zehn Anbieter eine Lücke und wird hier trotzdem gedruckt, weil sie die eigentliche Aussage der Tabelle trägt: Eine Bewilligung ist so viel wert wie die Firma, die sie trägt, und wo die Firma nicht genannt wird, fehlt nicht die Angabe, sondern der Ansprechpartner.

Was die Tabelle nicht kann, ist eine Rangfolge unter den fünf bewilligten Anbietern herstellen. Alle fünf nennen eine Bewilligung eines Landes; unterschiedlich sind die Zugänglichkeit, die Produkte und die Limits. Ein Leser, der die Frage „Welche ist die beste?“ mit einem Blick auf die Spalten beantworten will, wird scheitern – nicht, weil die Zahlen fehlen, sondern weil die Frage falsch ist.

App-Funktionen jenseits einer Bewilligung

Bewilligungen entscheiden über den Zugang, nicht über die Benutzeroberfläche. Tipwin nennt Live-Sportwetten, Cashout – teilweise oder vollständig, auch vor Spielende –, eine Videoübertragung als Live-Stream, die Verfolgung der Spiele und Live-Statistiken. Merkur Bets bietet Live- und Vorab-Wetten, Cashout sowie Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten auf Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia. Bei denen sind Live-Streams ein Ausweis des Produkts.

Vergleich: wie sich Anbieter am Telefon unterscheiden

Was in der Rangliste verglichen wird

Verglichen wird, was ein Wettkunde beim ersten Öffnen einer App überprüfen kann: die genannten Zahlungswege, die genannten Sportarten, die App-Versionen für iOS und Android, ob eine österreichische Bewilligung genannt wird, und wie ein Anbieter ohne sie zu seinem Produkt steht. Nicht verglichen wird die Höhe der Quoten – für dieselbe Fußballpartie bei denselben Märkten liefert kein Anbieter eine belastbare Zahl, und wer Marktvergleiche betreibt, findet sie in der eigenen Wettumgebung. Die Reihenfolge in diesem Vergleich folgt der Reihenfolge im Test: die fünf Anbieter mit einer Bewilligung zuerst, dann die fünf ohne.

PayPal taucht in dieser Liste einmal konkret auf, nicht zehnmal. Merkur Bets nennt im App-Eintrag PayPal, Paysafecard, Visa und Mastercard für Ein- und Auszahlungen und einen In-App-Chat für den Support. Slots, wie viele Zahlungswege ein Buchmacher nennt, sind kein Qualitätsmerkmal: PayPal ist teuer für den Buchmacher, also wird die Auszahlung nicht auf der App-Startseite versteckt, sondern nur in den Bedingungen.

Wettapp-Vergleiche scheitern fast immer daran, dass sie Apps mit Buchmachern verwechseln. Die App-Tiefe sagt nichts über die Markttiefe – eine flüssige App mit zwölf Fußballligen ist weniger als eine mittelmäßige App mit dem vollen Angebot eines großen Buchmachers.

Ganz vorne in dieser Ordnung kommt nichts, was mit einer Quote zu tun hätte. Die Rangfolge setzt sich zusammen aus Bewilligung, Zahlungswegen, Funktionsumfang der App und Zugänglichkeit – und die erste dieser vier Fragen ist die einzige, die einen Ansprechpartner im Inland nach sich zieht.

Der Rahmen: wenn neun Bundesländer neun Mal entscheiden

Warum es keine „österreichische Wettlizenz“ gibt

Sportwetten sind in Österreich nach Bundesrecht kein Glücksspiel. Der BMF und die BFG behandeln die klassische Sportwette als Geschicklichkeitsspiel außerhalb des Glücksspielgesetzes; der VwGH hat das am 2.7.2015 (Ro 2015/16/0019) bestätigt. Es gibt deshalb keine Lizenz auf Bundesebene, keine nationale Aufsicht und keine nationale Liste von Buchmachern.

Jeder Anbieter, der in Österreich Wetten annimmt, braucht eine Bewilligung – und die kommt aus einem der neun Bundesländer. Das NÖ Wettgesetz (LGBl. Nr. 58/2020, Behörde: Amt der NÖ Landesregierung) und das Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016, Behörde: der Magistrat) sind Beispiele für die voneinander unabhängigen Regelwerke. Ob ein Anbieter in Wien, in Oberösterreich oder in Niederösterreich tätig sein darf, entscheidet sich an Detailfragen, die in den Texten der Länder stehen.

Deshalb ist die entscheidende Frage beim Vergleich eine andere als die, die ein Leser erwartet. Nicht: „Hat die App eine Lizenz?“ – sondern: „Hat sie eine Bewilligung, und wer prüft sie?“

Was tätig sein soll und was nicht

Was in einem Land bewettet werden darf, steht im jeweiligen Wettgesetz. Wien nennt sportliche Veranstaltungen. Wetten auf Politik oder Fernsehsendungen sind grundsätzlich nicht zulässig (BMF). Wetten auf virtuelle oder aufgezeichnete Rennen sind Glücksspiel und keine Sportwette, sie können von einem Land nicht bewilligt werden – ein „virtueller Sport“ in einer App ist also kein Sportwettenprogramm.

Livewetten sind in den Ländern unterschiedlich geregelt – und die Unterschiede sind praktisch. Wien erlaubt Livewetten nur auf Teil- oder Endergebnisse. Oberösterreich nur auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder darauf, wer als Nächster punktet. Die aktuell gültige Regel in Niederösterreich ist nicht feststellbar und wird hier nicht behauptet. Wer die Livefunktion einer App bewertet, ohne auf das Land zu schauen, bewertet nichts.

Die Einsatzgrenzen differieren ebenfalls. In Oberösterreich und Niederösterreich liegt das Limit bei 500 € pro Wette, in Wien bei 50 € pro Wette an Terminals ohne Kassa. Das sind Dimensionen, die eine Wette auf ein Fußballspiel mit einem 25-Euro-Einsatz nicht berühren – und die bei einer Kombination an einem Automaten plötzlich die entscheidende Zahl werden. Wer überwiegend an einem Terminal mit Kassa setzt, spielt praktisch ohne Deckel; wer an einem Automaten ohne sie setzt, ist auf 50 € je Wettschein begrenzt.

Die Verlagerung auf den Standort: Mit dem VwGH-Urteil vom 9.4.2026 (Ra 2025/02/0037 zum Oö. Wettgesetz) hängen die Landesgesetze die Bewilligung an den Ort, von dem der Betreiber Daten bereitstellt. Wer seine Server außerhalb Niederösterreichs stehen hat und Wetten für Kunden in Niederösterreich annimmt, steht nach den erläuternden Bemerkungen des Landes – zitiert in einem Landtagsantrag – außerhalb des niederösterreichischen Rechts. Das ist der Grund, warum ein Anbieter ohne österreichische Bewilligung nicht einfach als illegal bezeichnet werden kann. Die Frage, wie ein ausländischer Betreiber zur Bewilligung steht, ist in Österreich nicht endgültig entschieden und politisch umstritten.

Steuern: die 5 %, die bei einer App immer mitlaufen

Wettgebühr auf jeden Einsatz

Seit dem 1. April 2025 unterliegen in Österreich alle Einsätze auf Sportwetten einer Gebühr von 5 %, geregelt in § 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG, in der Fassung BGBl. I Nr. 7/2025. Von 1.10.2005 bis 31.3.2025 waren es 2 %. Die Gebühr bemisst sich auf den Wetteinsatz selbst, unabhängig vom Ausgang der Wette.

Was die Steuer nicht ist: eine Abgabe des Wettkunden. Sie schuldet, wer die Wette gewerblich abschließt oder vermittelt, nicht der Spieler. Sie fällt auch auf Wetten an, die von Österreich aus bei einem im Ausland niedergelassenen Betreiber platziert werden – ein bezahlter Bescheid ist kein Nachweis einer österreichischen Bewilligung. Ob ein Anbieter die Gebühr in seine Quote einrechnet, sie beim Gewinn abzieht oder selbst trägt, ist seine Entscheidung, und der Unterschied für den Wettkunden liegt in der Auszahlung, nicht in der Rechtslage. Die BFG hat am 12.5.2026 (RV/7100519/2026) eine Beschwerde eines Buchmachers gegen die 5 % zurückgewiesen.

tipp3 gibt an, bei verlorenen Wetten die Gebühr selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten 5 % des Gewinns abzuziehen. Das ist die günstigere der beiden Varianten für den Wettkunden: Bei einer Quote von 2,10 und einem Einsatz von 100 € bleiben nach dieser Variante 105,00 € Gewinn statt 100,00 € bei einer gewinnunabhängigen Abwälzung – bei einem Verlust von 100 € bleibt der Schaden bei 100 € statt 105 €.

Was mit den Gewinnen privater Wettkunden steuerlich geschieht, ist auf der Ebene der Erstquellen nicht feststellbar; dafür ist der Steuerberater oder das Finanzamt zuständig, nicht eine Wett-App.

Fehlende Bewilligung: was das für die Rechnung bedeutet

Prüfen ist einfach, wenn eine Berechtigung namentlich existiert

Eine Bewilligung, die nur in einer App-Beschreibung existiert, ist keine, die man prüfen kann. Wer wissen will, ob ein Anbieter im eigenen Bundesland eine Bewilligung hat, muss das Impressum der Betreiberfirma aufrufen und nach dem Land suchen – nicht nach dem Wort „lizenziert“. Fünf der zehn Anbieter in diesem Vergleich nennen kein solches Papier: DAZN Bet, Weltbet, BetAlright, Betovo und – mit dem Bundesland unbekannt – Starsportwetten. Bei Starsportwetten ist die Bewilligung genannt, aber nicht zuzuordnen; bei den vier anderen nennt keiner der vorliegenden Einträge eine österreichische Bewilligung.

Ist keine Bewilligung genannt, entfällt auch die Selbstsperre. Die Selbstsperre wird von der Behörde des Bewilligungslandes geführt und an den lizenzierten Betreiber gebunden; ein Anbieter, der bei der NÖ Landesregierung nicht aufscheint, nimmt an einer Sperre in Niederösterreich nicht teil. Das ist der Punkt, an dem die vier Anbieter einander ähnlich sind. Ein Spielerschutz-Werkzeug, das nur bei einem Anbieter greift, findet bei einem ausländischen Betreiber kein Gegenstück.

Dafür gibt es die Gegenrechnung. Ein ausländischer Betreiber hat keine österreichische Bewilligung, aber auch kein Land, das ihm eine Livewetten-Beschränkung oder ein Einsatzlimit aufzwingt. Wer die Fülle der Live-Märkte einer App schätzt, findet sie in diesen Fünf und nicht bei einem Betreiber, dessen Tätigkeit an das Wiener Wettengesetz gebunden ist.

Was Krypto-Zahlungen, anonyme Prepaid-Karten und Konten auf eigenen Namen betrifft, ist keine österreichische Sonderregelung für Sportwetten feststellbar – wer sie in einer App als „gesetzlich vorgeschriebene“ Zahlungswege angeboten bekommt, hat einer Marketingaussage geglaubt. Die Frage nach den Zahlungsarten stellt man dem Anbieter und nicht dem Gesetz in einer solchen Sache. Für Anbieter ohne Bewilligung im Land wurde kein Strafbestand für Spieler gefunden; Gerichte haben unkonzessionierte Anbieter von Casinospielen zur Rückzahlung von Verlusten verurteilt, für Sportwetten gibt es kein vergleichbares Urteil; aus dem Umstand, dass Sportwetten keine Bewilligung haben, folgt nichts zur Rückforderung von Verlusten.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

tipp3: die Bewilligung, die sich nachprüfen lässt, und eine App mit Live-Grenzen

tipp3 ist der einzige Anbieter im Vergleich, bei dem eine Prüfung der Bewilligung mit einem Blick auf das Impressum endet. Das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020, die Bewilligung der NÖ Landesregierung vom 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020, Betreiber Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. Wer nach dem Bundesland gefragt hat, hat eine Antwort mit Datum.

Das Geschäftsmodell hat eine Größe, die keine andere App in dieser Liste hat: rund 3300 Trafiken und Annahmestellen, dazu die Trafik-App und das Online-Angebot. Die Österreichische Sportwetten Gesellschaft wurde im April 2000 gegründet, der erste Wettschein datiert vom 24. August 2001. Ein Vierteljahrhundert Präsenz ist keine Qualität einer App, aber ein Netz, das eine App nicht simulieren kann; für einen Wettkunden, der bei einem Filialbesuch schon einmal eine Auszahlung erhalten hat, hat das einen konkreten Wert.

Die Grenze liegt in der Live-Funktion. Livewetten sind bei tipp3 nur auf der Website und in den tipp3 Online-Apps möglich, nicht an jeder Annahmestelle. Bei Situationen wie einem Elfmeter wird die Wettannahme unterbrochen, bis der Ausgang feststeht. Das „ja/nein“- und das „alle 7“-Angebot müssen als Einzelwetten abgegeben werden. Für einen Kombinationsspieler ist das eine Einschränkung, die man erst merkt, wenn das Angebot angenommen wird.

Beim Spielerschutz setzt tipp3 auf die Sperre statt auf das Limit: eine Spielpause von 1, 3 oder 6 Monaten, eine Selbstsperre von 1, 2 oder 3 Jahren, beide nach dem Start nicht aufhebbar. Beim Steuerweg ist tipp3 der Anbieter, der den Umstand zu seinem Vorteil erklärt: 5 % des Gewinns bei gewonnenen Wetten, keine Gebühr bei verlorenen. Nicht zufällig steht diese Erklärung im Hilfe-Bereich – ein Anbieter, der die Steuer selbst trägt, hat sie zuerst bezahlt und dann erklärt.

Der Maßstab dieser Seite ist die Überprüfbarkeit, und tipp3 gewinnt ihn nicht, weil die Zahlen so groß sind, sondern weil jede Zahl eine Quelle hat, die der Wettkund selbst aufrufen kann.

win2day: nachprüfbar, mit Einzahlungslimit und einer Trennung, die man kennen muss

win2day nennt dieselbe Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung wie tipp3 – Sportwetten, Bescheid vom 10.12.2020, Aktenzahl IVW1-Wett-47/001-2020. Betreiber der Sportwetten ist die Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH. Die App ist damit die zweite, bei der ein Anruf bei der Behörde nicht ins Leere läuft. Wer das Angebot trotzdem als „staatlich konzessioniert“ beschreibt, verwechselt zwei Regime.

Der Hinweis auf der Seite ist wichtig: Das Sportwettenangebot unterliegt nicht den Bestimmungen des Glücksspielgesetzes und nicht der Aufsicht des BMF und des Finanzamts Österreich. Lotterie- und Casinospiele von win2day laufen dagegen unter einer Konzession nach dem GSpG – zwei unterschiedliche Rechtsgrundlagen unter einer Marke. Für einen Wettkunden bedeutet das: Die Regeln, die im Lotteriebereich gelten, sind nicht die Regeln der Sportwette; wer sie zusammenzieht, wird bei einer Streitigkeit falsch vorstellig.

Beim Spielerschutz liefert win2day die konkreten Zahlen, die in dieser App-Kategorie selten sind: Einzahlungslimit bis 26 Jahre 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöht; Gewinne zählen nicht zum Limit. Für einen 22-jährigen Wettkunden mit 250 € Wochenrahmen ist das Limit der eigentliche Spielerschutz, wirkungsvoller als jede Warnung. Für jemanden mit 1.680 € Monatsrahmen ist es eine Grenze, die in einem lebhaften Fußballmonat nahe sein kann.

Auch bei win2day hängt die Bewertung an der Nachprüfbarkeit, nicht an der Größe des Hauses.

Vierklee: eine Buchmacherlizenz aus Tirol

Vierklee nennt im Impressum die Buchmacherlizenz IIa.10.065/144-0 des Amtes der Tiroler Landesregierung und das Tiroler Buchmacher- und Totalisateurgesetz als anzuwendende Rechtsvorschrift. Die Bewilligung ist damit benannt, mit einer Behörde, die der Wettkund selbst anschreiben kann. Mehr als die Lizenz steht nicht: zur App gibt es in den Angaben des Anbieters wenig, kein Zahlungsweg, keine Bonusbedingungen, keine Mindestbeträge.

Damit fällt Vierklee in eine andere Kategorie als die großen Namen: kein Marketingapparat, dafür ein Papier mit Aktenzeichen. Wer im Westen Österreichs wohnt und eine Filiale in der Nähe hat, für den ist die räumliche Nähe ein Stück Erreichbarkeit, das keine App ersetzt. Wer eine App mit modernen Live-Funktionen sucht, wird in den Angaben des Anbieters nicht fündig.

Ein Buchmacher mit einer klaren Lizenz und einem dünnen Produkt ist kein schlechter Anbieter; er ist ein anderer. Die Prüfbarkeit der Bewilligung ist hier der ganze Wert des Angebots – und das ist mehr, als die Hälfte dieser Liste vorweisen kann.

Starsportwetten: Bewilligung genannt, Bundesland nicht

Starsportwetten bezeichnet sich in seiner App-Beschreibung als „österreichisch-lizenzierte Sportwetten-Plattform“ und besteht seit 2001; Entwickler der App ist Gamayun s.r.o., Freigabe ab 18. Der Bescheid, den dieselbe Beschreibung nennt, ist vom 8. März 2022 und erteilt der Starbet24 GmbH die behördliche Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten.

Was fehlt, ist genau das, was eine Bewilligung prüfbar macht: das Bundesland und die Aktenzahl. Ein Bewilligungsbescheid ohne Behörde ist ein Papier, dessen Adressat sich weigert, die Behörde zu nennen. Auch der Name des Anbieters gibt keinen Hinweis: Zwei Firmen, ein Filialnetz, ein Bescheid – das reicht nicht, um am Telefon zu erklären, wen man anrufen müsste.

Das Angebot selbst ist breit. Fußball, Eishockey, Basketball, Tennis, Handball, American Football, Baseball, Volleyball, Rugby und Darts, über 200 Fußballligen aus mehr als 80 Ländern sowie bis zu 10.000 Live-Spiele pro Monat. Diese Zahl ist ein Marketingversprechen und keine überprüfbare Angabe; niemand zählt die Live-Spiele eines Monats nach.

Die App gibt es für iPhone, Android und iPad. Ein Punkt im Ablauf ist so ungewöhnlich, dass er in die Beschreibung gehört: Die Anmeldung in der App setzt eine vorherige Registrierung in einer der Filialen voraus. Wer aus dem Bett heraus wetten will, muss zuerst ins Geschäft. Für einen Wettkunden mit einer Filiale in der Nähe ist das eine Formalität, für einen ohne eine Filiale eine Sackgasse. Bei einer Bewilligung, deren Behörde nicht genannt wird, und einer Anmeldung, die nur in einer Filiale möglich ist, ist das Produkt für einen Nutzer, der vom Telefon aus alles erledigen will, schlicht nicht ausgelegt – so breit das Sportangebot auch ist.

Admiral: Bewilligung aus Oberösterreich

Admiral nennt eine Bewilligung der OÖ Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz und ist damit der zweite Anbieter mit einem bestimmten Bundesland in dieser Liste. Betreiber ist die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen. Die Firma gehörte zur Novomatic-Gruppe, gegründet wurde sie von Walter Grubmüller, an der Wiener Börse war sie von 2001 bis 2006 notiert.

Diese Firmengeschichte ist kein Beiwerk. Wer eine börsennotierte Gesellschaft mit einem Filialnetz im Rücken hat, hat eine Adresse im Inland – was bei einer Auszahlung manchmal mehr wert ist als eine Quote. Für eine oberösterreichische Bewilligung ist die Tätigkeit dann regional gebunden, und der Wettkund in Wien ist im Zweifel auf die Regel des Wiener Wettengesetzes verwiesen.

Admiral ist die App, die in dieser Liste am wenigsten erklären muss und am wenigsten erklärt. Wer nach der Bewilligung fragt, erhält einen Namen und ein Bundesland; wer nach einem Zahlungsweg oder einer Bonusbedingung fragt, erhält in den Angaben des Anbieters nichts. Diese Stille ist für einen Teil der Leser ein Zeichen von Solidität – und für einen anderen Teil ein Grund, bei der nächsten App weiterzulesen.

Merkur Bets: Zahlenangebot vorhanden, für den Steuerweg ist keine Angabe vorhanden

Merkur Bets nennt im App-Eintrag für Ein- und Auszahlungen PayPal, Paysafecard, Visa und Mastercard sowie einen In-App-Chat für den Support. Das ist die einzige Nennung von PayPal in dieser Zehnerschaft und für viele Nutzer der Grund, die App überhaupt zu installieren. Die App für iPhone und iPad ist ab 18 Jahren und wird im österreichischen Store von der Cashpoint Agentur & IT-Service GmbH angeboten, Entwickler ist die Cashpoint Malta Ltd.; der Hinweis „Glücksspiel kann süchtig machen“ steht im Eintrag.

Inhaltlich deckt die App die klassischen Wettarten ab: Live- und Vorab-Wetten, Cashout sowie Einzel-, Kombi-, System- und Mehrwegwetten auf Fußball, Basketball, Tennis, American Football, Formel 1 und Olympia.

Bei den beiden Fragen, die hier im Fokus stehen, bleiben die Angaben offen. Aus dem App-Eintrag ergibt sich kein Bundesland und keine Aktenzahl, und ein Betreiber ist nicht genannt; ob Merkur Bets die Wettgebühr beim Gewinn abzieht oder selbst trägt, geht aus dem Eintrag ebenfalls nicht hervor. Wer den Steuerweg kennen will, muss ihn in den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters nachlesen – die Rechnung des Buchmachers und die Rechnung des Wettkunden sind an dieser Stelle nicht dieselbe.

Bleibt ein Anbieter, der beim Bezahlen liefert und bei den Formalitäten schweigt. Wer PayPal vor der Bewilligung rangiert, ist hier richtig.

DAZN Bet: eine Sportrechte-Marke mit einer Sportwetten-App

DAZN Bet ist mit dem Entwickler DZBT Limited im österreichischen App Store gelistet, kostenlos, nur für iPhone, ab 18 Jahren. Die Beschreibung nennt Wetten auf Fußball, Basketball, Tennis, Formel 1, American Football, Darts und Baseball. Eine österreichische Bewilligung ist nicht verzeichnet; die Lizenzangabe ist nicht feststellbar.

Die Verbindung von Sportübertragungsrechten und Wettangebot ist die interessanteste Geschichte dieser Liste – ein Anbieter, der eine Sportliga nicht nur bepreist, sondern im Fernsehbild anbietet, hat ein anderes Marketing. Ob im Einzelfall günstiger abgeschnitten wird, entscheidet der Vergleich innerhalb des eigenen Bundeslandes und nicht diese Seite.

Zum Produkt selbst ist im App-Eintrag wenig gesagt: keine Zahlungsmethoden, keine Bonusbedingungen, keine Angabe zur Anzahl der Live-Märkte. Wer DAZN Bet testet, sollte sich zuerst über die Zahlungswege informieren; bei einem Anbieter ohne österreichische Bewilligung ist die Sorgfalt an dieser Stelle höher als in einem Geschäft mit einer Bewilligung eines Landes. Ein Name aus der Sportwelt macht eine App nicht zu einem Buchmacher mit einer Aufsichtsbehörde.

Weltbet: internationale Lizenz, österreichischer Aufsicht nicht zugänglich

Weltbet nennt als Betreiber Bellona N.V. mit Sitz in Curaçao und eine Antillephone-N.V.-Lizenz Nr. 8048/JAZ2010-010. Das Angebot umfasst Casino und Sportwetten mit Live-Wetten und Cash-out auf ausgewählten Märkten; die Angaben stehen auf der Seite für kanadische Spieler. Eine österreichische Bewilligung ist nicht verzeichnet.

Zwei Dinge sind dabei bemerkenswert. Erstens: Die Lizenz ist dem Papier nach eine gültige Lizenz, nur nicht in Österreich – für einen Wettkunden, der sie zur Prüfung heranzieht, ist sie deshalb ein Dokument ohne Ansprechpartner im Inland. Zweitens: Die Angaben auf der Seite für kanadische Kunden sind ein Hinweis auf das Geschäftsmodell, nämlich eine bestehende Marke in vielen Ländern mit unterschiedlichen Bedingungen. Was in Österreich gilt, steht dort nicht.

Die Live-Wetten und die Cash-out-Funktion auf ausgewählten Märkten sind ein Produkt, das ein inländischer Anbieter mit einer Bewilligung und ohne Limit nicht anbieten könnte. Der Preis dieses Vorteils ist die fehlende österreichische Aufsicht: kein Landesamt, kein Sperrregister, keine Nachprüfung der Bewilligung, und damit eine Firma, die nur über einen Chat erreichbar ist.

Für einen Spieler, der Live-Märkte jenseits der Wiener Beschränkung sucht, ist diese Adresse eine Option. Sie ist keine Option für einen Spieler, der eine Beschwerde bei einer österreichischen Behörde einlegen will.

BetAlright: Reklame mit Zahlen, Bedingungen ohne Zahlen

BetAlright bewirbt im Sportbereich einen Erstzahlungsbonus von 100 % bis 250 €, einen wöchentlichen Reload-Bonus von 25 % bis 250 €, Cashback von 10 % bis 500 €, einen Accumulator Boost und Early Payout. Bedingungen stehen in der Übersicht nicht – keine Umsatzbedingung, keine Mindestquote, keine Frist. Eine österreichische Bewilligung ist nicht verzeichnet.

Die Liste der Zahlen sieht nach einem reichen Bonusprogramm aus. Sie ist ohne Umsatzbedingung nur eine Reihe von Prozentzeichen. Der Unterschied zwischen „100 % bis 250 €“ und dem tatsächlichen Wert eines solchen Bonus liegt vollständig in einer Bedingung, die in derselben Übersicht fehlt. Wer dort anruft und nachfragt, spart Zeit und meistens Geld.

Auch die Lizenz ist nicht feststellbar. Ein Betreiber, der weder in der einen noch in der anderen Frage ein Papier nachreicht, verlangt vom Wettkunden das Vertrauen, das er selbst nicht liefert. Wer trotzdem bleibt, sollte zumindest den Cashback prüfen – er ist die einzige der vier angeführten Aktionen, die kein Umsatzversprechen enthält.

Betovo: viel Sport und Boosted-Quoten, ohne prüfbare Lizenz

Betovo bietet Live-Wetten, Boosted-Quoten, eine Aktion namens „Winnings Boost“ sowie Sportarten wie Fußball, Tennis, Basketball, Tischtennis, E-Sport, Eishockey, Volleyball, Handball, American Football und Pferderennen; dazu eine Betovo-App zur Installation. Eine österreichische Lizenz ist nicht verzeichnet; als Lizenz wird Curaçao genannt.

Die Sportpalette ist eine der breitesten in diesem Vergleich und der E-Sport-Anteil hebt sich von reinen Fußball-Buchmachern ab. Die Genauigkeit der Zustellung ist kein Merkmal, das die Bewilligung ersetzt. Auch hier gilt: Wer die App installieren will, sollte zuerst die Umsatz- und Auszahlungsbedingungen der Aktionen lesen und nicht die Überschriften des Marketings. Die Boosted-Quoten sind ein eigenes Produkt, kein Beweis einer besseren Quote; was eine Quote im Vergleich zu einem anderen Buchmacher wert ist, entscheidet der Vergleich der eigenen Quoten und nicht die Bezeichnung.

Damit bleibt Betovo der Anbieter in dieser Liste mit einem dichten Produkt und der dünnsten Lizenzangabe.

Tipwin: das reichste Produkt in dieser Liste, bei derselben offenen Lizenzfrage

Tipwin ist mit dem Anbieter Tipwin Limited (Malta) im österreichischen App Store eingetragen, Copyright „© 2023. Tipwin Ltd.“, Freigabe ab 18 Jahren. Eine Bewilligung eines Bundeslandes wird in diesen Angaben nicht genannt; die Lizenzfrage steht damit genauso offen wie bei den vier vorangehenden Anbietern.

Das Produkt ist dafür das umfangreichste in dieser Aufstellung: Live-Sportwetten, Cashout – teilweise oder vollständig, auch vor Spielende –, eine hochwertige Videoübertragung als Live-Stream, Live-Verfolgung von Spielen und Live-Statistiken. Die App ist als Österreich-Version „Tipwin Österreich“ und als allgemeine Version „Tipwin Sportwetten“ mit 348 Bewertungen und der Note 4,3 gelistet, die Beschreibung ist auf Deutsch.

Das ist die App, die den Livewetten-Spieler am deutlichsten anspricht – der Stream neben dem Wettschein ist der einzige wirkliche Grund, eine App auf dem Sofa zu öffnen. Und es ist die App, bei der die Frage nach der Bewilligung am unangenehmsten ausfällt.

Für Zahlungen wirbt Tipwin mit „sicheren Transaktionen“ und einem eigenen Kundenservice-Team, nennt aber weder Zahlungsarten noch Mindestbeträge noch Bonusbedingungen. Das ist die Reklame-Formel dieser Kategorie: Vertrauen wird versprochen, nicht belegt. Wer den Stream ausprobieren will, sollte das mit einem kleinen Einsatz tun und die Auszahlung testen, bevor Geld in größerem Umfang auf dem Konto liegt – bei einem Anbieter mit dieser offenen Fragenlage ist die Auszahlung die eigentliche Prüfung.

Was die App über den Anbieter verrät – und umgekehrt

Die Kanten dieses Vergleichs liegen nicht in der Benutzeroberfläche. Sie liegen in der Frage, ob eine Bewilligung, ein Ansprechpartner und ein Satz von Bedingungen nachprüfbar sind. Eine App mit schöner Rückseite und keiner Aktenzahl ist ein Schaufenster.

Bei den vier namentlich fassbaren Bewilligungen – tipp3, win2day, Vierklee, Admiral – ist die Bewertung dieser Seite eindeutig. Bei Starsportwetten ist sie durchwachsen: Dieselbe Liste, in der ein Anbieter einen Bescheid mit Bundesland und Aktenzahl veröffentlicht, zeigt einen anderen, der nur das Jahr nennt. Bei DAZN Bet, Weltbet, BetAlright, Betovo und Tipwin liegt die Bewertung in der Offenheit: Für einen Wettkunden ohne Beschwerdereflex, der die Fülle an Live-Märkten und Zahlungswegen nutzen will, sind diese Apps brauchbar – nur ohne inländische Aufsicht.

Wer eine Rechnung nachprüfen will, prüft die drei Zeilen in dem Impressum, die man ohne Aufwand finden kann: Land, Datum und Aktenzahl. Was fehlt, ist der Hinweis, den man braucht. Ein zweiter Blick gilt dem Limit oder der Sperre – wer keine Sperre findet, findet sie nicht, weil sie in einem anderen Land liegt oder weil es keine gibt.

Steuer prüfen, bevor die Wette platziert wird

Die 5-%-Gebühr ist das eine, was bei jedem Wettschein anfällt. Ob sie beim Verlust oder beim Gewinn anfällt, steht in den Bedingungen des Anbieters. Wer in einem Jahr 200 Wetten zu je 20 € platziert, hat 20.000 € an Einsätzen bewegt, und die Differenz zwischen den beiden Varianten liegt in der Anordnung der Gebühr im Wettschein. Ein Blick in die Wettordnung kostet fünf Minuten und ersetzt später jede Beschwerde.

Wie wir prüfen und wie die Reihenfolge zustande kommt

Verglichen werden die Apps der zehn genannten Anbieter. Grundlage sind die veröffentlichten Angaben der Anbieter: die Einträge in den App-Stores für iPhone und Android, die Startseiten und die Impressen. Die Bewilligung eines Bundeslandes wird nur genannt, wenn der Anbetreiber sie in seinem Impressum oder in seinem App-Eintrag selbst nennt – ein Wort wie „lizenziert“ ohne Bundesland und ohne Aktenzahl gilt in diesem Vergleich nicht als Nachweis, sondern als Beschreibung.

Die Reihenfolge folgt der Bewilligungslage, und innerhalb der beiden Gruppen nach Produktumfang und Zugänglichkeit. Fünf Anbieter mit einer Bewilligung eines Bundeslandes kommen zuerst, dann fünf ohne eine solche Bewilligung; die beiden Gruppen werden getrennt behandelt und nicht in eine Rangfolge zusammengeführt. Auch das ist eine Position: Die Frage nach der besten App ist an zweiter Stelle zu beantworten, denn eine überprüfbare Bewilligung ist die Voraussetzung dafür, dass die übrigen Kriterien überhaupt zählen. Eine App, die auf einem Server außerhalb der Zuständigkeit steht, kann noch so gut sein; wer am Ende einen Ansprechpartner im Inland braucht, findet ihn dort nicht.

Die fünf Wege zum Wettschein und wer sie geht

Jeder Zugang zu einer Wette ist eine Wahl mit einer Rechnung. Wer nach dem Preis sucht, findet bei BetAlright bis zu 250 € Erstzahlungsbonus, bei NEO.bet international bis zu 100 € Bonus plus 25 € in Form von Freiwetten – bei dem einen ohne Umsatzbedingung in der Übersicht, bei dem anderen mit Bedingungen in den Promotionsbedingungen, die in der App-Beschreibung nicht genannt sind. Bei tipp3 steht stattdessen eine Filialstruktur von rund 3300 Trafiken und Annahmestellen. Wer die Überwachung des Kundenportfolios braucht, findet sie dort; wer eine reine App will, auch.

Ein Bonus in Höhe von 100 % klingt nach einem Geschenk, bis man die Umsatzbedingung liest, die in der Reklame fehlt. Wer einen Bonus nutzen will, sollte ihn auf die eigene Spielweise abstimmen – ein Bonus mit hoher Umsatzanforderung ist für einen Gelegenheitswetter weniger wert als darauf gewettet.

Auf diese Seite gehört keine Prognose. Ein Tipp auf das nächste Spiel hat in einem Vergleich nichts zu suchen, ein System, das gewinnt, gibt es nicht, und wer eine Quote von 4,50 sieht, sieht den Preis für ein Ereignis, dessen Eintreffen offen ist.

Häufige Fragen zu Wett-Apps in Österreich

Woran erkennt man, ob eine Wett-App gut ist?

An überprüfbaren Angaben: einer Bewilligung mit Bundesland und Aktenzahl, nachvollziehbaren Zahlungswegen und vollständigen Bonusbedingungen. Eine App ist die Oberfläche eines Buchmachers; ihre Qualität zeigt sich an den Bedingungen, die der Anbieter freiwillig veröffentlicht, nicht an der Gestaltung des Startbildschirms.

Braucht eine Wett-App in Österreich eine Lizenz aus einem Bundesland?

Ja. Sportwetten sind nach Bundesrecht kein Glücksspiel, deshalb gibt es keine Lizenz auf Bundesebene, sondern eine Bewilligung aus einem der neun Bundesländer, jeweils nach dem eigenen Wettgesetz und von der eigenen Landesbehörde erteilt. Wer in mehreren Ländern tätig sein will, braucht eine Bewilligung aus jedem Land.

Sind die Einsatzgrenzen und die Live-Markt-Regeln je nach Bundesland in der App unterschiedlich?

Ja. In Oberösterreich und Niederösterreich liegt die Einsatzgrenze bei 500 € pro Wette, in Wien bei 50 € pro Wette an Terminals ohne Kassa. Auch die Live-Regeln unterscheiden sich: Wien erlaubt Livewetten nur auf Teil- oder Endergebnisse, Oberösterreich auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder darauf, wer als Nächster punktet. Die aktuelle Regelung Niederösterreichs ist nicht feststellbar.

Wo lassen sich Einzahlungslimits und Selbstsperre einstellen, und gelten sie bundesweit?

Bei den Limits nur beim Anbieter: win2day nennt in seiner Wettordnung bis 26 Jahre 250 € pro Woche, ab 26 Jahren 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag erhöhbar; Gewinne zählen nicht zum Limit. Eine bundesweite Einzahlungs- oder Verlustgrenze für Sportwetten gibt es nicht. Für Hilfsangebote außerhalb der Buchmacher ist playsponsible.at die Adresse des Landes.

Wo gilt eine Selbstsperre?

Nur bei dem Anbieter und in dem Land, in dem sie eingerichtet wurde. Eine Selbstsperre ist an den lizenzierten Betreiber gebunden; eine Sperre bei einem Anbieter ohne Bewilligung eines Bundeslandes hat keine Wirkung. Eine Sperre mit fester Frist lässt sich in Wien nicht vor zwei Jahren aufheben. Ein bundesweites Sperrregister oder Einzahlungsregister für Sportwetten gibt es nicht.

Gilt die Wettgebühr von 5 % bei Wetten per App anders als im Browser?

Nein. Die Gebühr fällt auf den Wetteinsatz an, unabhängig davon, ob die Wette in einer App oder im Browser platziert wird. Sie trifft den Buchmacher, der sie gewerblich abschließt oder vermittelt, nicht den Spieler. Ob ein Anbieter sie selbst trägt oder beim Gewinn abzieht, ist seine Entscheidung: tipp3 gibt an, bei verlorenen Wetten die Gebühr selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten 5 % des Gewinns abzuziehen.

Was ist bei Zahlungswegen wie PayPal oder bei einem Startguthaben zu beachten?

Eine Zahlungsmethode ist eine Eigenschaft des Anbieters, keine Zulassung; Merkur Bets nennt PayPal, Paysafecard, Visa und Mastercard für Ein- und Auszahlungen. Ein Startguthaben oder ein Bonus wird erst durch seine Bedingungen bewertbar: Umsatzanforderung, Mindestquote, Frist und ein eventuelles Limit auf den Gewinn gehören in die Übersicht der Aktion.

Inhalt erstellt vom Team «volleywettenat»